Im Todesfall: Was passiert, wenn nichts passiert?

Das Ordnungsamt (Hannover) versucht die Kosten an Angehörige weiter zu geben.

Ein Mensch stirbt und manchmal findet sich einfach niemand, der alles Weitere regeln will. Die Gründe können natürlich vielfältig sein: Der oder die Verstorbene ist Waise, oder ist schon sehr alt und alle anderen Geschwister sind bereits schon verstorben. Aber im Prinzip kann man schon davon ausgehen, dass jeder Mensch irgendwo Verwandte hat. Was aber ja nicht bedeutet, dass diese nicht voneinander wissen, vielleicht zerstritten sind …

In diesem Fall versucht das Ordnungsamt Angehörige aufzuspüren, um die Kosten für Begräbnis und Bestattung abdecken zu können, oder ihnen gegebenenfalls die Möglichkeit zu geben die weiteren Bestattungswünsche mit einem Bestattungspartner ihrer Wahl abzusprechen. Doch so manches Mal fühlen die sich nicht direkt angesprochen oder vergessen den Brief zwischen der Tageszeitung und er landet im Altpapier. Weiterlesen

Hannover: Februar 2017. Aus dem Alltag eines Bestatters

Cordes Bestattungen Hannover

Es gibt viele außergewöhnliche Berufe auf dieser Welt – für viele Leute ist das der Bestatter.

Oft trifft man auf Partys Leute, die das erste Mal einen Bestatter kennen lernen; noch kurioser ist es für die Gäste wenn man noch jung ist: „Bestatter … die sind doch immer voll alt.“ Ja, auch diese Herren, denen man auf seinem Lebensweg begegnet ist, waren irgendwann mal jung.

Auch ranken sich einige ‚Mysterien‘ um diesen Beruf: „Ihr fahrt doch bloß die ganze Zeit mit dem Auto rum, oder müsst auf Trauerfeiern den Sarg tragen“. Naja, so einfach ist es dann doch nicht, und deswegen schreiben wir heute mal auf, wie ein gut durchgeplanter Tag bei einem Bestatter aussieht. Natürlich gibt es aber auch – wie in jedem anderen Beruf – Tage, wo einfach mal „nicht so viel los ist“ und man sich mit der Buchführung des Vormonats beschäftigen „darf“. Weiterlesen

Seelhorst:
Ein Reform-Friedhof in Hannover

Seelhorst Stadtfriedhof Hannover

Der Friedhof Seelhorst entstand 1919 als dritter Stadtfriedhof in Hannover. Er ist symmetrisch gegliedert, alle Wege sind rechtwinklig angeordnet. Auch die einzelnen Friedhofsabteilungen sind streng geometrisch im Stil eines architektonisch gestalteten Parkfriedhofs mit einer axialen Gestaltung. Dabei entspricht die über den Friedhof führende Lindenallee in den Abmessungen einer Allee im Berggarten in Herrenhausen. Seinem Gesamtcharakter nach repräsentiert er einen typischen Reformfriedhof – ein Paradebeispiel zeitgenössischer deutscher Planung Anfang des 20. Jahrhunderts.

Daran liegen die vom Architekten Konrad Wittmann entworfenen Bauten (zwei Kapellen, Krematorium, Betriebsgebäude), die dieser im expressionistischen Klinkerstil (Backsteinexpressionismus) der 1920er Jahre anlegte. Diesem Baustil entsprechen das Anzeigerhochhaus in Hannover und das Chilehaus in Hamburg. Das regte damals auch das Fachmagazin „Der Baumeister“ an, einen ausführlichen Bericht über diese prägnanten Friedhofsbauten zu veröffentlichen. Weiterlesen

Keramikurnen – antike Tradition und moderne Bestattungsform

Künstlerin Hannover Urnen

Seit dem Beginn der jüngeren Bronzezeit gingen die Menschen dazu über, ihre Toten teilweise mit Grabbeigaben auf großen Scheiterhaufen zu verbrennen und zumeist in Keramikurnen zu bestatten.

Tatsächlich sind diese Bestattungsgefäße aus Ton generell wohl die ältesten bekannten Materialien, die auf diese Weise genutzt wurden. Das belegen Funde, die mehr als 18.000 Jahre alt sind. Die Brandbestattung blieb bis in das frühe Mittelalter hinein die übliche Beisetzungsform, die erst im Laufe der ab 800 nach Christus einsetzenden Christianisierung allmählich von der Körperbestattung abgelöst wird.

Heutzutage tritt dieser religiöse Kontext zunehmend in den Hintergrund – aus hygienischen sowie aus Kostengründen wurde daher die Feuerbestattung im 19. Jahrhundert wieder populär. Das erste deutsche Krematorium wurde 1878 in Gotha gegründet. Das erste Krematorium in Hannover wurde von Konrad Wittmann entworfen und 1924 auf dem Stadtfriedhof Seelhorst fertig gestellt. Die Anlage war mehr als 70 Jahre in Betrieb, konnte allerdings den Ende der 1990er Jahre notwendigen Umweltstandards nicht mehr angepasst werden. Weiterlesen