Wie kann man das Thema Suizid verarbeiten? (Teil 2)

Wie mit dem Thema Suizid umgehen?

Trauer, Schuld, Gefühle und Zweifel – die emotionalen Schwankungen sind groß, wenn jemand Nahestehendes Suizid begangen hat. Doch natürlich muss es auch weitergehen und dazu möchten wir mit diesem zweiten Teil zum Thema ein wenig Hilfe anbieten. Wir sind natürlich keine Experten für physische und psychische Trauerbewältigung, doch sind durch unsere Erfahrungen aus mehreren Generationen als Bestattungsunternehmen viele Erfahrungswerte entstanden, die wir gerne mit unseren Lesern teilen.

Erkenne Deinen Verlust und akzeptiere den Schmerz und die Trauer, das ist das Motto. Man sollte keinesfalls den Schmerz mit Alkohol, Drogen oder anderen Medikamenten betäuben. Drogen behindern oder stoppen den Trauerprozess. Lerne mit dem Schmerz umzugehen und ihn zu verstehen. Wie schon im ersten Teil zum Thema Suizid beschrieben, muss man versuchen, sich klar zu machen, dass die Trauer eine physische, soziale, psychologische und spirituelle Reaktion auf einen Verlust darstellt. Und völlig normal ist. Weiterlesen

Was tun wenn jemand Nahestehender Suizid begeht?

Wie mit dem Thema Suizid umgehen?

Der Tod einer geliebten Person kann traumatisierend sein, wenn diese Person dann auch noch Suizid begangen hat ist die Intensität der Trauer fast unbegreiflich groß. Man kann einfach nicht verstehen warum der andere sich umbringen konnte – man sucht nach Antworten, die aber nicht mehr beantwortet werden können. Die einzige Person die Antworten geben könnte, hat den Weg des Selbstmordes gewählt.

Die psychologische Meinung in diesen Fällen ist zumeist, dass die geliebte Person das getan hat weil sie einen Ausweg aus dem Schmerz und der Hilflosigkeit gesucht hat und dass es die letzte Lösung gewesen ist, um aus ihrem Dilemma, ihrem Problem zu kommen. Ein brutale, letzte Lösung, die man als Außenstehender nicht wirklich nachvollziehen kann. Weiterlesen

Hannover: Februar 2017. Aus dem Alltag eines Bestatters

Cordes Bestattungen Hannover

Es gibt viele außergewöhnliche Berufe auf dieser Welt – für viele Leute ist das der Bestatter.

Oft trifft man auf Partys Leute, die das erste Mal einen Bestatter kennen lernen; noch kurioser ist es für die Gäste wenn man noch jung ist: „Bestatter … die sind doch immer voll alt.“ Ja, auch diese Herren, denen man auf seinem Lebensweg begegnet ist, waren irgendwann mal jung.

Auch ranken sich einige ‘Mysterien’ um diesen Beruf: „Ihr fahrt doch bloß die ganze Zeit mit dem Auto rum, oder müsst auf Trauerfeiern den Sarg tragen”. Naja, so einfach ist es dann doch nicht, und deswegen schreiben wir heute mal auf, wie ein gut durchgeplanter Tag bei einem Bestatter aussieht. Natürlich gibt es aber auch – wie in jedem anderen Beruf – Tage, wo einfach mal „nicht so viel los ist“ und man sich mit der Buchführung des Vormonats beschäftigen „darf“. Weiterlesen

Sollten Kinder und Babys eigentlich an Trauerfeiern und Beerdigungen teilnehmen?

Kein Problem bei der Trauerfeier.

Immer wieder müssen wir die Erfahrung machen, dass den Kindern der Tod von ihnen nahe stehenden Menschen vorenthalten wird. Sie dürfen die so wichtigen Erfahrungen des Abschiednehmens nicht machen. Und genau so oft wurden wir schon im Trauergespräch gefragt, wenn wir Angehörige in Hannover und Umgebung besuchen, ob wir es für gut heißen würden, wenn Kinder mit auf eine Trauerfeier und die Beerdigung kommen, und ob es nicht besser wäre,  einen Babysitter zu engagieren. Unsere Antwort als Bestatter ist da ein klares Nein, denn Kinder gehören zu Leben und Tod – und ein Lachen oder andere kindliches Laute auf einer Trauerfeier gehören deswegen genau so dazu, wie etwa das Weinen und Klagen der anderen Trauergäste. Weiterlesen

Abschied nehmen: Die offene Aufbahrung am Sarg

Wenn der Todesfall eintritt, sind wir fassungslos und verzweifelt – man will es einfach nicht wahr haben, dass der geliebte Mensch jetzt nicht mehr da ist. Und dann findet man sich beim Bestatter wieder und entsinnt sich, dass man doch lieber einmal über die Wünsche des Verstorbenen hätte reden sollen, oder eine Vorsorge abschließen, um genauestens festzulegen wie die Wünsche der Angehörigen sind. Die Gelegenheit, sich gemeinsam mit dem unvermeidlichen, dem Tod, auseinander zu setzen, lässt sich eben nicht beliebig hinausschieben.

Der Wunsch eines jeden Menschen ist es, im Alter nicht allein zu sein, sondern Familie und Freunde an der Seite zu haben, mit denen man sein Leben noch einmal aufarbeiten kann und sein gesammeltes Wissen weiter geben. Doch ist nichts mehr wie es einmal war, die familiären Strukturen haben sich grundlegend gewandelt. Früher lebte noch die ganze Familie in einem Haus zusammen, da war im Todesfall die Aufbahrung und Totenwache einfach ein Muss, selbst das Waschen und Einkleiden wurde Zuhause durchgeführt. Aber heutzutage stehen dagegen viele Faktoren: Bestattungsgesetz, Hygiene- und Friedhofsverordnung bestimmen unser Handeln, dadurch hat sich unser Umgang mit dem Tod grundsätzlich gewandelt und es gibt mehr Berührungsängste mit diesem Thema. Alles Dinge, die unseren Trauerprozess behindern.

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Wie spreche ich die Bestattungswünsche meiner Eltern und Angehörigen an?

Trauerfeier oder Begräbnis: Das Gespräch suchen!

In einem Menschenleben gibt es viele Gespräche, gegen die wir uns am liebsten wehren wollten – eine schlechte Zensur in der Schule, die abgebrochene Erstausbildung oder die Trennung von einem langjährigen Partner. Es ist tatsächlich nie schön, über Verluste oder missliche Lebenslagen zu sprechen: Wir müssen uns aber immer wieder bewusst machen, dass wir nicht ewig leben werden, und dass wir, wenn es so weit ist, wenn alles nach unseren Wünschen passieren soll, wir unsere Kinder, Verwandte, Angehörigen nicht im Dunkeln tappen lassen können. Denn nicht ist schlimmer als die Ungewissheit, ob der geliebte Mensch eventuell andere Wünsche und Vorstellungen gehabt haben könnte, seinen letzten großen Tag so oder so zu gestalten.

Deswegen ist es enorm wichtig mit seinen nahen Angehörigen oder Freunden über seine Vorstellung einer nahen oder auch fernen Trauerfeier zu sprechen und nicht diese schwere Entscheidung durch flapsige Sätze wie: „Verscharrt mich doch einfach im Wald!“ abzutun. Das ist natürlich Vermeidungstaktik und nicht ungewöhnlich – egal, ob im katholischen Süden bei uns im eher protestantisch geprägten Hannover. Weiterlesen