Die Bestattung im Mittelalter
Vor der ersten Welle der Friedhofsverlegungen im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurden Verstorbene im Umkreis der Kirche auf dem Kirchhof oder vereinzelt auch in einer privilegierten Grabstätte direkt in der Kirche bestattet, wobei das Bestattungswesen fest in kirchlicher Hand war (vgl. Sörries 2009a: 47). Das Dasein der Verstorbenen endete nach mittelalterlichem Verständnis keinesfalls mit dem Tod: Man glaubte vielmehr an eine Weiterexistenz der Toten (vgl. Nölle 2003: 76; Sörries 2009a: 73 f.) und „ging von einer gegenseitigen Einflussnahme aus“ (Assig 2007: 43). Weiterlesen