Wie spreche ich die Bestattungswünsche meiner Eltern und Angehörigen an?

In einem Menschenleben gibt es viele Gespräche, gegen die wir uns am liebsten wehren wollten – eine schlechte Zensur in der Schule, die abgebrochene Erstausbildung oder die Trennung von einem langjährigen Partner. Es ist tatsächlich nie schön, über Verluste oder missliche Lebenslagen zu sprechen: Wir müssen uns aber immer wieder bewusst machen, dass wir nicht ewig leben werden, und dass wir, wenn es so weit ist, wenn alles nach unseren Wünschen passieren soll, wir unsere Kinder, Verwandte, Angehörigen nicht im Dunkeln tappen lassen können. Denn nicht ist schlimmer als die Ungewissheit, ob der geliebte Mensch eventuell andere Wünsche und Vorstellungen gehabt haben könnte, seinen letzten großen Tag so oder so zu gestalten.

Deswegen ist es enorm wichtig mit seinen nahen Angehörigen oder Freunden über seine Vorstellung einer nahen oder auch fernen Trauerfeier zu sprechen und nicht diese schwere Entscheidung durch flapsige Sätze wie: „Verscharrt mich doch einfach im Wald!“ abzutun. Das ist natürlich Vermeidungstaktik und nicht ungewöhnlich – egal, ob im katholischen Süden bei uns im eher protestantisch geprägten Hannover.

Man möchte halt nicht – ernsthaft – darüber sprechen. Lockere Sätze und halbgare Antworten spiegeln zumeist nicht die Vorstellungen und Wünsche der Betroffenen wider, sondern zeigen nur, dass man Angst hat darüber zu sprechen, oder das man wirklich niemandem zur Last fallen möchte und eine kostengünstige Alternative sucht.

Es ist also sinnvoll, sich damit erst einmal selbst auseinander zu setzen, und dies im nächsten Schritt an seine Familie weiter zu geben oder es in einem Vorsorgegespräch beim örtlichen Bestatter festzulegen. Dort könnte man eventuell auch einen Treuhandvertrag abschließen, um so die späteren Kosten zu decken und damit die Angst zu umgehen, man würde eine finanzielle Belastung für die Angehörigen darstellen.

Es hilft ungemein für die spätere Trauerbewältigung die Vorstellungen eines Menschen zu kennen. Und ja, einerseits will man später nichts falsch machen und anderseits kann die eigene Trauerbewältigung damit ungehindert und befreit von schweren Entscheidungen stattfinden.

Wir haben es hier bei Cordes Bestattungen schon oft erlebt, dass selbst die Frage nach Erd- oder Feuerbestattung große Fragezeichen aufwirft – einfach weil niemals darüber gesprochen wurde. Und so überlagert die Ungewissheit ob man alles richtig macht, die eigene Trauerbewältigung oder verstärkt gar die Trauer.

Man muss sich einfach darüber bewusst werden, dass es wohl niemals „den richtigen Zeitpunkt“ gibt. Der beste Weg ist es, sich einfach zusammen zu setzen und zu sagen, dass man jetzt – weil es einen sehr wichtig ist – darüber sprechen möchte, auch ganz offen, weil man Angst habe etwas falsch zu machen und sich nur das Beste für sich oder eine betroffene Person wünscht.

Trauerfeier oder Begräbnis: Das Gespräch suchen!

Zumeist versuchen die angesprochen Menschen dann auszuweichen. Etwa damit, dass sie ja keine Zeit hätten. Dann sollte man einfach darauf pochen, dass jenes Gespräch nur zehn Minuten oder kürzer dauern werde. Das führt tatsächlich öfter zum Erfolg.

Ja, das Gespräch wird natürlich insgesamt länger dauern, aber wer dabei „den Fuß erst einmal in der Tür“ hat, der sollte auch alles abhandeln, oder es eben danach des Öfteren ansprechen, wenn einem noch eine Frage anfällt. Das Eis ist erst mal gebrochen, das ist entscheidend – so geht die Angst vor diesen Gesprächen weg und man kann scharfsinniger werden und seine Wünsche besser festlegen.

Wenn das alles gar nicht hilft hat, die Erfahrung gezeigt, dass es auch gut ist, wenn man beim Zusammensein mit der Familie das Thema erst einmal nur im Beisein des Angesprochenen ganz generell bespricht. Das löst das Thema von Alter und Krankheit ab und lässt eine zunächst lockere Konversation entstehen.

Gerne kann man auch den Todesfall eines Prominenten als Anlass nehmen die Bestattung anzusprechen. Eines muss klar sein: Es wird kein leichtes Gespräch und es werden eventuell starke Emotionen ausgelöst, aber eines Tages müssen wir uns alle mit diesem Thema auseinander setzten. Je früher wir uns dessen bewusst sind, umso leichter werden uns diese Worte fallen.