Wie sage ich es den Hinterbliebenen? Was sage ich ihnen?

Auch als Bestatter ist es nicht immer leicht die richtigen Worte zu finden, egal wie lange man schon im Geschäft ist. Jede Situation ist anders, jeder Hinterbliebene hat eine eigene Geschichte mit den Verstorbenen. Pauschale und einfache Gespräche gibt es nicht. Wir bei Cordes Bestattungen aus Hannover haben uns daher dazu ein paar Gedanken gemacht, die wir mit unseren Lesern teilen wollen.

Es spielt mit Sicherheit eine Rolle, ob ein fünfjähriges Kind verstorben ist oder die 90 Jahre alte Großmutter nach langer Krankheit. Die Art der Trauer ist stets eine andere und Männer reagieren anders als Frauen, wenn es um das Trauern geht. Emotionalität und die eigene Fähigkeit der Trauernden ihre Gefühle auszudrücken sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Eine Reihe von Aussagen sind aber auf jeden Fall schlecht gewählt, da sie zu allgemein sind, zu wenig auf die individuelle Situation eingehen. Dazu gehören etwa:

„Es war Gottes Wille“
(dazu muss man sich zumindest über die Religion oder Religiosität der Verstorbenen klar sein)
„Ich weiß wie Sie sich fühlen“
(niemand weiß dies vermutlich wirklich)
„Die Zeit wird alles heilen“
(das ist eine Unterstellung, auch wenn es sicher nötig ist, ausreichend Zeit für den Trauerprozess zu haben)
„Es gab sicher einen guten Grund“
(vielleicht auch nicht, tatsächlich ist Leben nun mal manchmal unfair und folgt nicht immer irgendeiner Logik)
„Seien Sie dankbar, dass Sie noch ein anderes Kind haben, das…“
(das mindert die Bedeutung des verstorbenen Kindes!)

Andere Bemerkungen können jedoch wichtige Türöffner sein, um mit den Hinterbliebenen in echte Gespräche zu kommen, den Trauerprozess wirklich zu beginnen:

„Es muss sehr schmerzhaft für Sie sein“
(so fühlen sich Hinterbliebene ermuntert, diesen persönlichen Schmerz zu beschreiben)
„Sie müssen ihm/ihr sehr nahe gestanden haben“
(so kann das Gespräch über das Verhältnis zu den Verstorbenen begonnen werden)
„Es muss schwer für Sie sein, dies zu akzeptieren“
(zuhören ist hier das Hauptanliegen für den Bestatter)
„Ich war noch nie in einer solchen Situation, erzählen Sie mir doch wie es ist“
(Bezug nehmen auf sehr besondere Situationen wie früh verstorbene Kinder oder zu früh verstorbene Eltern nach plötzlicher Krankheit – sprich: hier darf und soll der Bestatter seine eigene Erfahrung einbringen).

 

In einem zweiten Beitrag werden wir nach darauf eingehen, wie sich Freunde, Bekannte und entfernte Verwandte bei einem Trauerfall gegenüber direkten Verwandten verhalten sollten.