Wie man mit der Trauer umgeht –
Ratschläge für eine schwere Zeit (3)

Trauer dauert seine Zeit – man wird nie komplett „darüber hinweg“ sein. Dieser Verlust wird immer ein Teil des eigenen Lebens bleiben – den Verlust eines geliebten Menschen soll man ja auch gar nicht beiseite schieben, sondern immer in Gedanken halten. Allerdings irgendwann in positiver Weise, ohne Belastung und alles überlagernde Trauergefühle. Trotzdem: man sollte immer auf die eigenen Gefühle hören und stets in seiner eigenen Geschwindigkeit vorgehen.

Der Verlust kann ein Leben vollständig verändern, und sicher kann man nicht mehr dahin zurück wo man vorher gewesen ist. Die größten Schicksalsschläge können allerdings auch die Sicht auf die eigenen Prioritäten verändern, Trauerbewältigung auch etwas Gutes sein. Das ist der perfekte Zeitpunkt, alles nach seinen Vorstellungen zu verändern und glücklich zu werden, genau nach den eigenen Wünschen. Vielleicht findet man sogar auch neue Stärken oder Talente, die sich durch dieses einschneidende Erlebnis offenbaren. 

Suchen Sie sich neue Abläufe in ihrem Leben, wagen Sie mal etwas auf der Suche nach einem neuen Ich – der Stuhl der jetzt leer bleibt, findet sicherlich auch woanders einen guten Platz. Versuchen Sie einmal, einen Zeitplan für Ihre neuen Abläufe zu schreiben und diesen dann auch zu verwirklichen; ein einfaches Abhaken hilft schon um zu merken, dass Sie vorwärts gekommen sind. Tägliche, wiederkehrende Muster helfen Ihnen, Ihr neues Ich zu finden und dieses zu festigen.

Finden Sie Wege, einmal am Tag Zeit für die Erinnerung an die geliebte Person zu finden. Wenn Ihnen Freunde oder Familie anbieten, zu helfen, dann geben Sie ihnen die Möglichkeit dieses auch zu tun. Treffen Sie sich mit Leuten, denen Sie vertrauen und mit denen Sie über alles reden können – immer wenn Sie Bedarf haben.

kolum6

Eine kleine Idee dazu: Lassen Sie ein Sammelalbum oder ein Fotoalbum auf dem Küchentisch liegen, so dass jeder ein Foto oder eine lustige Geschichte über die Verstorbenen verfassen oder zurücklassen kann. Das ist dann immer wieder ein guter Anlass über die Ihre verstorbenen Angehörigen ins Gespräch zu kommen. Und vor allem mit einem positiv, nach vorne gerichteten Blick.

Sicherlich möchte man sich auch mit anderen Trauernden austauschen, dazu gibt es viele Gruppen, die sich öffentlich treffen und dort über ihren Verlust sprechen – eine Vielzahl solcher Gruppen finden sich in Kirchen, Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen.

Dabei kann man lernen und wachsen, weil man sich dort andere Erfahrungen mit der Trauer anhört und davon viel mitnehmen kann, um mit seiner eigenen Trauer zurecht zu kommen.

Sie müssen diese Reise nicht alleine antreten, das Leben wird weitergehen.