Was muss man bei anonymen Bestattungen beachten?

Immer wieder fragen uns Angehörige, wie genau eine anonyme Beisetzung abläuft. Und es wird häufig auch der Wunsch an uns als Bestatter herangetragen, „unter der Hand“ doch zu erfahren, wann und wo genau die Urne beigesetzt wurde. Daher haben wir einmal alle Fakten rund um das Thema zusammen getragen – und wir gehen ausführlich auf den Ablauf einer anonymen Bestattung ein.

„Anonym“ kommt vom griechischen ‘ανώνυμος’ (anonymos) und bedeutet „namenlos“. Um die Anonymität bei einer solchen Bestattung zu gewährleisten, wird auf eine namentliche Kennzeichnung der Grabstelle verzichtet; außerdem wird die Bestattung unter Ausschluss der Öffentlichkeit außerhalb der Friedhofsöffnungszeiten durchgeführt.

Meistens sammeln die Friedhofsverwaltungen mehrere Urnen für einen Beisetzungstermin, so dass es hier vereinzelt zu Wartezeiten kommen kann. In den meisten Fällen erfolgt die Urnenbeisetzung jedoch spätestens vier Wochen nach dem Sterbedatum.

Wie schon genannt, möchten Angehörige dann oft doch „mehr“ wissen – häufig äußern sie den Wunsch, zur Beisetzung der Urne benachrichtigt zu werden. Das können wir jedoch leider nicht machen – und es würde ja auch tatsächlich dem Prinzip der Anonymität widersprechen. Die Gebührenrechnung der Friedhofsverwaltung kann jedoch als Indiz genutzt werden: Sobald sie den Angehörigen zugeschickt wird, können diese davon ausgehen, dass die Urne bereits beigesetzt wurde.

Die genaue Lage der Grabstelle ist übrigens nur der Friedhofsverwaltung bekannt und wird den Angehörigen unter keinen Umständen mitgeteilt. Weiterhin ist die Umbettung der Urne – bei Reihen- oder Wahlgräbern auf einen begründeten Antrag hin möglich – bei einer anonymen Bestattung kategorisch ausgeschlossen.

Viele Angehörige bemerken erst nach einigen Wochen, dass ihnen eine individuelle Grabstelle als klar definierter Ort der Trauer fehlt – die Entscheidung für eine anonyme Bestattung sollte also sehr gut durchdacht werden, da sie unter keinen Umständen wieder rückgängig gemacht werden kann.

Alle Informationen gelten für den Ablauf bei einer Feuerbestattung mit anschließender anonymer Urnenbeisetzung. Weitaus seltener werden auch anonyme Erdbestattungen angeboten – der Ablauf ist aber letztlich analog zur Urnenbestattung.

Häufig werden anonyme Beerdigungen ausgewählt, weil bei einer anonymen Grabstelle keine Verpflichtung zur Grabpflege besteht. Aber auch hier gibt es bereits Alternativen: Eine relativ junge Sonderform der anonymen Bestattung wurde unter der  – semantisch kuriosen – Bezeichnung „halbanonyme Bestattung“ bekannt. Offiziell heißt diese Grabart “Rasenreihengrab”. Hier kann das Grab mit einer liegenden Grabplatte gekennzeichnet werden und die Angehörigen können an der Beisetzung teilnehmen.

Auch bei Waldbestattungen entfällt die Verpflichtung zur Grabpflege. Die Angehörigen können an der Urnenbeisetzung teilnehmen und den Baum auf Wunsch mit einer Namensplakette versehen.