Mit der Erde tief verbunden: Der Mushroom-Suit

Viele Leute fühlen sich heutzutage sehr eng mit der Natur und der Umwelt verbunden, möchten auch nach ihrem Tod dieser Einstellung deutlich Ausdruck verleihen. Auf der Informationsreise von Cordes Bestattungen nach USA ist uns neben „Emergence“ ein weiteres Projekt ins Auge gefallen – der „Mushroom Death Suit“.

Dieser besondere Anzug ist von Fäden durchwebt, die Pilzsporen enthalten und in der Form (auch sichtbar) einem Pilzgeflecht entsprechen. Durch zwei unterschiedliche Ingredienzien, die zur Beerdigung hinzugefügt werden, werden die Pilze zum Wachstum angeregt. Erfinderin dieser „grünen“ Totenruhe ist Jae Rhim Lee, die mit diesem Konzept  den „Design for Death”-Preis gewann. 

Eine Feuerbestattung und die damit verbundene Beisetzung in einer Aschenkapsel oder Urne ist für viele Menschen eine nachhaltige Alternative zur Erdbestattung. Viele Urnenmodelle lösen sich nach kurzer Zeit im Erdboden oder auf See auf, um die Umwelt zu schonen und die Verstorbenenasche in die Natur zurück zu führen. Wer eine Alternative zum Sarg sucht, muss sich bisher auf eine Feuerbestattung einlassen – den Körper ohne Behältnis im Erdboden beizusetzen ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich.

Die Künstlerin Jea Rhim Lee verfolgt mit dem „Infinity Burial Project“ einen nachhaltigen Ansatz in der Bestattungskultur. Den Tod zu akzeptieren heißt auch, so die Künstlerin, die Zersetzung des Körpers zu zulassen und ihn der Erde ohne Schadstoffe zurück zu geben.

Der „Mushroom-Death-Suit“ ist ein mit speziellen Fäden versehener Anzug, welcher die Körpergifte neutralisiert und so daran hindert, in den Erdboden einzudringen. Ein Mensch sammelt im Laufe seines Lebens etwa 200 Giftstoffe in seinem Körper an, welche durch spezielle Pilzsporen in den Fäden gefiltert werden und durch die Zugabe des sogenannten „Decompiculture Embalming Fluid“ können diese Pilzsporen den Körper während der Totenruhe zersetzen.

Für alternative Bestattungen in Hannover?

Der spezielle Faden, der in den Anzug genäht wird ist mit Bedacht angelegt, um eine optimale Verbreitung und Wachstum zu garantieren. So wird die Belastung für die Umwelt durch die Totenruhe minimal gehalten und der holistische Ansatz in der Beziehung zur Natur unterstützt.

Der Körper soll post mortem in dem sich noch in der Testphase befindenden Anzug beigesetzt werden können – Sarg- und Urnenmodelle werden dadurch obsolet.

Dem vielversprechenden Projekt fehlt es bisher an Förderung, um die finale Testphase einläuten zu können. Der Ablauf einer Bestattung sowie Beisetzung muss dem Anzug angepasst werden, da konventionellerweise ein Körper immer in einem Behältnis beigesetzt wird, welches den Körper zwar umhüllt und versteckt, grundsätzlich aber ein Transportmedium darstellt.

Es bleibt zu hoffen, dass sich aufgeschlossene Förderer und Unterstützer für dieses Projekt finden, damit es in ein paar Jahren auch in Europa die Möglichkeit gibt sich in diesem „Burial-Suit“ bestatten zu lassen. Wir wären gerne und sofort dafür bereit, unseren Kunden auch diese Option anzubieten. Bei Cordes Bestattungen versuchen wir immer auch ungewöhnliche Wege der Bestattung zu gehen – einfach weil Menschen heutzutage teilweise andere Vorstellung von Tod und Leben haben als noch vor wenigen Jahrzehnten. Und mit dieser Idee möchten eine weitere Alternative weiterreichen.

Hier ein Link zum „Infinity Burial Project“: http://infinityburialproject.com/burial-suit