Seelhorst:
Ein Reform-Friedhof in Hannover

Seelhorst Stadtfriedhof Hannover

Der Friedhof Seelhorst entstand 1919 als dritter Stadtfriedhof in Hannover. Er ist symmetrisch gegliedert, alle Wege sind rechtwinklig angeordnet. Auch die einzelnen Friedhofsabteilungen sind streng geometrisch im Stil eines architektonisch gestalteten Parkfriedhofs mit einer axialen Gestaltung. Dabei entspricht die über den Friedhof führende Lindenallee in den Abmessungen einer Allee im Berggarten in Herrenhausen. Seinem Gesamtcharakter nach repräsentiert er einen typischen Reformfriedhof – ein Paradebeispiel zeitgenössischer deutscher Planung Anfang des 20. Jahrhunderts.

Daran liegen die vom Architekten Konrad Wittmann entworfenen Bauten (zwei Kapellen, Krematorium, Betriebsgebäude), die dieser im expressionistischen Klinkerstil (Backsteinexpressionismus) der 1920er Jahre anlegte. Diesem Baustil entsprechen das Anzeigerhochhaus in Hannover und das Chilehaus in Hamburg. Das regte damals auch das Fachmagazin „Der Baumeister“ an, einen ausführlichen Bericht über diese prägnanten Friedhofsbauten zu veröffentlichen. Weiterlesen

Die Nikolaikapelle in Hannover – Beispiel für den Umgang mit alten Friedhöfen

Vor der ersten Welle der Friedhofsverlegungen im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurden Verstorbene im Umkreis der Kirche auf dem Kirchhof oder vereinzelt auch in einer privilegierten Grabstätte direkt in der Kirche bestattet, wobei das Bestattungswesen fest in kirchlicher Hand war. Doch viele Umstände der Stadtentwicklung zwangen oft zu einem besonderen Umgang auch mit Friedhöfen als Ganzem. Der ausgedehnte alte Nikolaifriedhof von Hannover, im 13. Jahrhundert noch vor der Stadt bei der Nikolaikapelle angelegt, wurde im 19. Jahrhundert zum vielfach zerteilten Parkgelände in der Innenstadt. Und auch im 21. Jahrhundert kommt er nicht aus den Schlagzeilen als beim Umbau der Innenstadt der wenig sensible Umgang von Bauarbeitern mit den Resten Verstorbener für Diskussionen sorgt. Weiterlesen