Wie kann man das Thema Suizid verarbeiten? (Teil 2)

Trauer, Schuld, Gefühle und Zweifel – die emotionalen Schwankungen sind groß, wenn jemand Nahestehendes Suizid begangen hat. Doch natürlich muss es auch weitergehen und dazu möchten wir mit diesem zweiten Teil zum Thema ein wenig Hilfe anbieten. Wir sind natürlich keine Experten für physische und psychische Trauerbewältigung, doch sind durch unsere Erfahrungen aus mehreren Generationen als Bestattungsunternehmen viele Erfahrungswerte entstanden, die wir gerne mit unseren Lesern teilen.

Erkenne Deinen Verlust und akzeptiere den Schmerz und die Trauer, das ist das Motto. Man sollte keinesfalls den Schmerz mit Alkohol, Drogen oder anderen Medikamenten betäuben. Drogen behindern oder stoppen den Trauerprozess. Lerne mit dem Schmerz umzugehen und ihn zu verstehen. Wie schon im ersten Teil zum Thema Suizid beschrieben, muss man versuchen, sich klar zu machen, dass die Trauer eine physische, soziale, psychologische und spirituelle Reaktion auf einen Verlust darstellt. Und völlig normal ist.

Ein Gespräch mit anderen hilft, den Verlust zu verstehen. Oder auch ein Tagebuch über seine Erfahrungen zu schreiben, vielleicht verbunden damit, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen um die Erfahrungen mit Menschen zu teilen, die ähnliche Schicksale erlitten haben. Denn es geht keineswegs darum, alleine diese schwere Zeit durchzustehen.

Familie und Freunden sollte man klar sagen, was man braucht; alle Kanäle zur Kontaktaufnahme sollten offen sein – man sollte sich nicht verschließen. Denn: Niemand kann Gedanken lesen, wenn einem etwas nicht passen sollte, man sollte aussprechen, es findet sich immer ein Weg. Und es gilt: Sage den anderen auch, dass sie über den Verstorben sprechen können und sprich auch selbst seinen Namen aus, das hilft ungemein.

Richtig mit sich selbst umgehen

In dieser Zeit ist es ganz wichtig, dass man auch selbst auf sich gut aufpasst, vernünftig ißt, sich ausschläft und auch die Bewegung sollte nicht zu kurz kommen. Die Trauer wirkt wie sehr starker Stress auf den Körper selbst –  auch wenn man das stärkste Immunsystem hat, ist man in dieser Zeit anfälliger für Erkältungen, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen. Auf sich selbst aufzupassen, ist in dieser Zeit noch wichtiger als zuvor, so könnte man ein paar Atemübungen machen oder Entspannungsübungen. Bücher oder Videos findet entweder in einem guten Buchladen oder sicherlich auch bei YouTube.

Es gilt, sich immer mit der eigenen Angst auseinander zu setzen, eben soweit es möglich ist. Man kann versuchen, einen mitfühlenden Menschen (zum Beispiel von der Kirche) zu finden, mit denen man über die geistigen, religiösen und sozialen Stigmata eines Selbstmordes reden kann. Man muss dabei auch versuchen mit nicht beantworteten Fragen leben zu können – es wird nicht immer leicht sein, aber irgendwann wird man zu dem ersehnten inneren Frieden finden.

Nach vorne schauen

Ein geliebter Mensch ist gestorben. Die Betroffenen fühlen sich von den vielen kleinen Details die zum Tod führten ausgelaugt; und es wird eine lange Zeit dauern, bis es wieder leichter werden wird. Es ist daher besser, wenn man sich an das Leben dieser Person erinnert, anstatt immer wieder über die Umstände des Todes nachzudenken. Wenn sich das Herz schwer fühlt, dann sollte man immer an die guten Zeites des gemeinsamen Lebens denken. So könnte man etwa ein Bilderalbum entwerfen, versehen mit den schönsten gemeinsamen Momenten die man miteinander hatte. Man könnte auch einen Brief an den Verstorbenen schreiben, in dem alle Gefühle zum Ausdruck gebracht werden, alles das, was man vor Ableben des Freundes, Verwandten oder Partner nicht mehr mitgeben konnte.

Unser Fazit heißt: Du musst viel Energie aufbringen, den Schmerz und die Trauer zu ertragen – Dich damit auseinandersetzen, denn nur wenn Du die Hoffnung niemals aufgibst, nur dann wird es irgendwann wieder gut sein.